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Coronakrise – wie geht’s danach für Apotheken weiter?

Erstellt von Doreen Herz

31. März 2020

Das Coronavirus hat Deutschland in einen Krisenmodus versetzt, mit dem keiner gerechnet hat. Wer hätte gedacht, dass Schulen, Bars, Restaurants, Bekleidungsgeschäfte usw. schließen müssen? Niemand. Es gibt sehr viele Verlierer aber natürlich auch einige Gewinner. Zu den Gewinnern werden die Pharmafirmen gehören, die den passenden Impfstoff oder ein Medikament gegen COVID-19 entwickeln. Diesen Firmen sei gedankt für Ihre Forschungen. Aber die anderen Gewinner werden die Versandhändler, wie Amazon, Zalando und auch sämtliche Versandapotheken sein. Dank einer nie da gewesenen Nachfrage an Arzneimitteln, sind die Bestellzahlen weit übertroffen worden. Ja, die Apotheken vor Ort haben ebenfalls enorme Verkaufszuwächse und Bestellungen, die nicht so schnell abzuarbeiten sind. Sie zählen im ersten Moment auch zu den Gewinnern. Viele Menschen, auch junge Leute kauften verstärkt in den Vor-Ort-Apotheken ein. Zurzeit, in der Not, bezeichnet auch die Bundesregierung die Apotheken als Systemrelevant. Wir werden aber sehen, was diese nach der Krise macht. Stärkt sie den Versandhandel weiter? Ich persönlich gehe davon aus.

Was passiert nach den Hamsterkäufen?

Hamsterkäufen in Supermärkten und Apotheken waren in allen Länder, die die Corona Pandemi heimsucht, weltweit zu verzeichnen. Wir haben sicher alle folgende Bilder vor Augen: Leere Regale, kein WC Papier, keine Seife, Hamsterkäufe bei freiverkäuflichen Arzneimitteln. Das Geschäft läuft bzw. lief gut wie nie. Aber: Zum einen, haben die Menschen sich für lange Zeit eingedeckt, nicht wenige kauften sogar viel zu viel. Zum anderen, wird in Folge der wirtschaftlichen Verwerfungen, die Arbeitslosigkeit voraussichtlich steigen. Daraus resultieren Einkommenskürzungen und letzendlich nachlassende Nachfrage, zumindest in den Brachen in welchen mit keinen Nachholeffekten zurechnen ist. Der Konsum in den jetzt boomenden Branchen wird somit stark zurückgehen.

Versandapotheken haben die vollständigen Kontaktdaten – von jedem Kunden

Einen entscheidenden Vorteil haben Versandapotheken gegenüber Vor-Ort-Apotheken, nämlich alle relevanten Kundendaten. Keine Bestellung im Internet ohne Eingabe der Wohn- und Email-Adresse. Sie erhalten die Daten immer, auch wenn der Kunde nur eine Packung Paracetamol kauft. Die Ware muss ja per Paketdienst ausgeliefert werden. Ins Paket wird dann noch ein Gutschein gelegt, damit der nächste Einkauf wieder dort stattfindet. In Vor-Ort-Apotheke erhalten Sie nur die Kontaktdaten

  1. wenn der Kunde ein Rezept einlöst (die Daten dürfen Sie dann nicht mal verwenden, wenn der Patient kein eingetragener Kunde von Ihnen wird)
  2. oder der Kärufer sich bei Ihnen als Kunde beim Einkauf in Ihrer Apotheke registrieren lässt. Hier müssen Sie den Kunden aber erst Fragen und eine Einwilligung einholen, ob er die Kundenkarte von Ihnen möchte bzw. ob Sie seine Kontaktdaten eintragen dürfen.

 Die Versandapotheken werden diesen Vorteil gnadenlos ausnutzen.

Deshalb sollten Vor-Ort-Apotheken gleich nach der Krise konsequent dagegen steuern und für Ihre Leistungen werben

Die Apothekerinnen und Apotheker in allen Regionen sind in der Kreise da und bedienen uns von Mensch zu Mensch. Die Mitarbeiter tragen teilweise ein hohes Risiko sich selber anzustecken. Und Versandapotheken?  Die haben bequem die Onlinebestellung ohne gesundheitliches Risiko aufgenommen und die Ware von Paketboten ausliefern lassen. Das bei einer Erkrankung an COVID-19 nicht wenige Menschen evtl. ihr Leben lang leiden müssen oder noch schlimmer, an der Erkrankung sterben können, scheint beispielweise Walter Oberhänsli, CEO von Zur Rose, nicht wirklich zu interessieren. Im Gegenteil, er fasst gleich das nächste Geschäftsmodell ins Auge – das eRezept „CEO Walter Oberhänsli geht davon aus, dass viele von ihnen den Versendern treu bleiben. Rechtzeitig zur Einführung des eRezepts soll das Virus zum Katalysator für das Geschäftsmodell werden.“ s. Artikel Apotheke Adhoc vom  19.03.2020 www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/markt/zur-rose-tausende-neue-kunden-pro-tag-versandapotheke-corona/

Der Chef von Noweda Dr. Michael P. Kuck kritisiert zu recht öffentlich diese Aussagen https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/coronavirus/kuck-ueber-oberhaensli-geschmacklos/ Ich finde das ebenfalls geschmacklos. Die Menschen, die beim Versandhändler bestellen, müssten, darauf aufmerksam gemacht werden. Der wirtschaftliche Nutzen der Vor-Ort-Apotheken für jede Region in Deutschland (ob Stadt oder Land) muss den Kunden mitgeteilt werden.

Vor-Ort-Apotheken sollten damit werben, dass Sie
  • nicht nur Medikamente verkaufen, sondern auch als Menschen für Sie da sind.
  • Ihre Kunden beraten.
  • nicht nur Arzneimittel verkaufen, sondern Ihnen auch zuhören.
  • eine Vielzahl an anderen Dienstleistungen anbieten, z. B. Botendienst usw.

Preissteigerungen beim Versandhandel zu verzeichnen

Den Vor-Ort-Apotheken wird immer vorgeworfen, Sie seien „zu teuer“ im Vergleich zu den Versandhandelsapotheken. Der Versandhandel hat eine wesentlich günstigere Kostenstruktur als Apotheken vor Ort, s. „Wie geht es weiter nach der Pandemie?“ Im Zuge der Coronakrise zeigen die sonst so günstigen Onlineapotheken aber ein anderes Bild. Sie haben Ihre Preise im Vergleich angehoben. Obwohl oder gerade weil Sie einen so hohen Run zu verzeichnen haben. Ich beziehe mich hier auf den Artikel Apotheke Adhoc vom 24.03.2020: www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/coronavirus/preissprung-bei-versandapotheken-reaktion-auf-corona-krise/ „Und tatsächlich: Eine Analyse der Marketingagentur Dr. Kaske aus München bestätigt seine Eindrücke: Viele Preise liegen deutlich über dem Vorjahreswert:

  • Paracetamol Stada: plus 75 Prozent
  • Sterillium: plus 52 Prozent
  • Grippostad: plus 27 Prozent
  • Unizink: plus 26 Prozent
  • ACC: plus 16 Prozent
  • Paracetamol Hexal: plus 16 Prozent
  • Paracetamol Ratiopharm: plus 14 Prozent
  • Neo-Angin: plus 11 Prozent“

Wenn Kunden also dauerhaft günstig einkaufen wollen, sind die Vor-Ort-Apotheken hier systemrelevant. Stellen wir uns vor, es gibt Sie nicht, so werden wir perspektivisch nur noch teuer bei den Versandapotheken oder Amazon Arzneimittel kaufen können.

Wie geht es weiter nach der Pandemie?

Die Versandapotheken werden nach der Krise noch stärker die Vor-Ort-Apotheken angreifen. Ich glaube, das alle bisherigen und durch die Pandemie neu gewonnenen Kunden mit Angeboten „bombardiert“ werden. Viele Angebote für Arzneimittel der Versandapotheken sind jenseits von „Gut und Böse“. So gut wie keine Vor-Ort-Apotheke kann hier mithalten. Onlineapotheken benötigen

  • viel weniger Personal,
  • machen keinen Notdienst,
  • haben Ihren Sitz im Ausland (die Mehrwertsteuer entgeht Deutschland)

Aber das wissen Sie alles selber. Die Kosten, die eine Versandapotheke gegenüber den Vor-Ort-Apotheken hat, sind also wesentlich geringer. Leider ist es eine menschliche Eigenschaft „zu vergessen“. Die Menschen werden vergessen, dass die Apotheken in der Not vor Ort waren. Ebenso wird wahrscheinlich die Bundesregierung die Leistungen der Apotheken vergessen und das diese Systemrelevant sind. Ich schätze, dass der Versandhandel vom Gesundheitsminister weiter gestärkt wird, da die Krankenkassen zukünftig ebenso Geld sparen wollen und müssen. Was aber passiert, wenn die Großhändler, Krankenkassen usw. Geld sparen wollen, hat uns die Krise deutlich gezeigt. Nun ja, wir werden sehen wie es nach Corona weitergeht. Allerdings setze ich nicht allzu Große Hoffnungen in die Bundesregierung.

Jede Apotheke sollte daher handeln und seinen Kunden in der Region zeigen, dass Sie in der Krise für Ihre Kunden da waren und auch zukünftig sind!

Werben Sie für Ihre Apotheke und Ihre Leistungen

Deshalb werden Angebote für die Apotheken wieder besonders wichtig. In Zeiten in denen es den Leuten wirtschaftlich schlechter geht, achten sie mehr auf Preisangebote. Apotheken sollten aber berücksichtigen, dass Sie nicht nur mit günstigen Preisen werben. Hier werden Sie zu vergleichbar.

Seien Sie preisaktiv, aber individuell:
  • Werben Sie mit Ihren Leistungen
  • fürs eRezept,
  • für Ihre Bestell-App
  • für Ihren Botendienst usw.
  • werden Sie persönlich und stellen Sie z. B. Ihr Team vor

Denn Apotheken vor Ort bieten viel mehr als Versandapotheken. Zeigen Sie, mit Social Media Posts, Google My Business Beiträgen, individuellen Flyern, Anzeigen, dass Sie der kompetente Ansprechpartner in allen Gesundheitsfragen für Ihre Kunden vor Ort sind. Setzen Sie sich ab von Ihren Mitbewerbern. Sammeln Sie Kundendaten und senden Sie Ihre Kunden regelmäßig Direktmails, z.B. Postkarten, nicht nur zum Geburtstag. Die Kunden, die ausschließlich auf den Preis achten, werden Sie eventuell nur schwer zurückholen. Die Kunden, denen aber Ihre Leistungen und Persönlichkeit wichtig sind, binden Sie auf Dauer an Ihre Apotheke.

Zur Stärkung Ihrer Vor-Ort-Apotheke stelle ich kostenlosen Downloads in Form von Plakaten und Social Media Posts zur Verfügung, die Sie gerne ausdrucken oder veröffentlichen dürfen.

Vielen Dank fürs Lesen. Ich freue mich über Anregungen oder Krtiik, die Sie einfach per Mail senden.

Herzlichst – Ihre Doreen Herz

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